|
Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde der stetigen Expansion der Firma seit ihrer Gründung im Jahr 1900 ein jähes Ende gemacht. 1939 produzierte man noch. Lieferungen von Heimarbeitern sind in einem Auslieferungsbuch bis Ende Dezember 1939 erfaßt. 1940 wurde die Produktion der Marolin-Figuren völlig eingestellt. Kurz darauf belegte ein Arzneimittelwerk aus dem Westfälischen einen Teil der Arbeitsräume. Alle anderen Räumlichkeiten wurden für die Kriegsproduktion beschlagnahmt. Die Frauen der Belegschaft-die meisten Männer waren ja zum Kriegsdienst eingezogen-montierten Höhenmessgeräte für die Flugzeugindustrie.
Nach 1945 schien die Firma aufgrund der raschen Wiederherstellung der alten Geschäftsbeziehungen zunächst an den Erfolg der Vorkriegsjahre anknüpfen zu können. Die Bildung der zwei deutschen Staaten sollte aber die weitere Geschäftsentwicklung stark behindern. Durch ein von der DDR erlassenes Gesetz zur Besteuerung der privaten Wirtschaft, das mit Steuersätzen bis zu 90% arbeitete, wurde die Überleitung in das Volkseigentum vorbereitet. Der Verkauf von Krippenfiguren innerhalb der DDR war zwar nicht verboten, wie man manchmal fälschlicherweise hört, aber die vom Staat geleitete Planwirtschaft hatte einfach die gesamte Produktion für den Export in das westliche Ausland verplant und so blieb für den Inlandsbedarf nichts mehr übrig. Erschwerend kam hinzu, daß die seit 1944 eingefrorenen Preise erst ab 1970 schrittweise dem realen Niveau angeglichen wurden. |